Archive for the 'ich' Category


der zeitschriften-nekrolog 2008. 0

Nach vier Tagen Arbeit habe ich den ersten und letzten retromedia.de-Blogeintrag des Jahres 2008 fertiggestellt – die Ehrung der 95 in diesem Jahr verstorbenen Zeitschriften. Ich bitte um freundliche Beachtung. Ohnehin solltet ihr retromedia.de wieder in euer Blickfeld zurückholen – im neuen Jahr wird sich dort wieder mehr tun. Mehr dazu in Kürze.

twinglys neue blog-topliste. 8

Vor einigen Tagen hat Blog-Suchmaschine Twingly eine Reihe neuer Blog-Toplisten an den Start geschickt – auch eine für deutschsprachige Blogs ist dabei. Von ein paar Bloggern wurde sie als Alternative zu den “berüchtigten Deutschen Blogcharts” bejubelt, ohne sich überhaupt auch nur zehn Minuten damit zu beschäftigen, nach welchen Kriterien Twingly die Liste erstellt – und ob sie denn überhaupt Sinn macht.

Da mir dank meiner jahrelangen blogcharts-Erfahrungen ein paar Platzierungen in der Twingly-Top-100 seltsam vorkamen, habe ich mich in den vergangenen Stunden mal ausführlich mit der Liste beschäftigt. Ich schreibe meine Erkenntnisse ausführlich und möglichst leicht verständlich auf, damit nicht schon wieder aus irgendwelchen Ecken Rufe kommen, ich würde doch nur meine eigene Liste verteidigen und dumpf die Konkurrenz schlecht reden wollen.

Twingly hat zum Start der Listen geschrieben, sie würden “mainly on inlinks and likes among other things” basieren. Sprich: Entscheidend seien Verlinkungen von anderen Blogs, so genannte “Likes” von Twingly-Nutzern und ominöse andere Faktoren. Klickt man sich nun durch die Twingly-Profile der 100 platzierten Blogs wird aus der geheimnisvollen Rechnung etwas ganz Langweiliges: Die Top 100 basiert offensichtlch einzig auf den Inlinks, zumindest ergeben die Werte in der Zeile “Linked by” der Blog-Profile eine absolut identische Reihenfolge zur Top 100.

Wenn nun also wie bei Technorati (und damit auch meinen deutschen blogcharts) offenbar nur die Verlinkungen, die ein bestimmtes Blog von anderen Blogs erhält, zählen, welcher Zeitraum wird von Twingly denn dann gewertet? Gesagt wird darüber nämlich leider nichts. Die Top-100-Blogs verfügen laut der Twingly-Profilseiten über 547 Verlinkungen auf Platz 1 (“Basic Thinking“) bis 48 Verlinkungen auf Platz 100 (“blog.yoda.ch“). Verglichen mit den Zahlen der deutschen blogcharts sind das also deutlich geringere Werte. Als ich die Verlinkungen meines eigenen Blogs auf der Twingly-Profilseite mit der Twingly-Datenbank verglich, kam ich auf etwa zwei Monate, in denen diese Links zusammenkamen. Das würde die im Vergleich zu den Blogcharts geringeren Zahlen erklären.

Doch dann kam ich durch meine Skepsis auf einigen Rängen schnell zum Kern des Problems: Auch bei “Stylespion“, bei Twingly deutlich schlechter platziert als in meinen blogcharts – kam ich auf einen Wert von etwa zwei Monaten (genau: 2 Monate und 12 Tage), in denen die laut Twingly-Profil gewerteten 64 Verlinkungen zusammenkamen. Aber dann wurde es seltsam: “Sichelputzer” hat laut Twingly 48 Verlinkungen – schaut man sich die Verlinkungen des Blogs in der Twingly-Datenbank an, muss man 5 Monate und 2 Tage zurückblättern, um auf 48 verschiedene Blogs zu kommen. Würde man auch bei diesem Blog nur 2 Monate und 12 Tage werten, ergäben sich nur 28 Links – und nicht 48.

Je mehr Stichproben ich nahm, desto seltsamer wurde es. Bei “Blogschrott” muss man 9 Monate und 28 Tage zurückblättern, um auf die angeblichen 67 verlinkenden Blogs zu kommen, bei “Datenschmutz11 Monate und 13 Tage – und bei “Fischmarkt” kommen sogar überhaupt nicht genug Links zusammen. Laut Profilseite sollen es 48 sein – in der Twingly-Datenbank finden sich aber nur 46 verschiedene Blogs – egal, wie weit man zurückblättert. Mit anderen Worten: Die Twingly-Top-100 ist völlig wirr und macht von vorn bis hinten überhaupt keinen Sinn. Ich weiß nicht, wie genau die Twingly-Rechner die Listen errechnet haben, ich kann nach den vergangenen Stunden aber nur mutmaßen, dass der Würfel dabei eine große Rolle gespielt hat.

Ich finde das sehr schade, denn die Probleme, unter denen Technorati immer wieder leidet, machen die Arbeit an den deutschen blogcharts oft genug zu einem riesigen Krampf. Erst in dieser Woche sind wichtige Funktionen der Technorati-API wieder mal komplett ausgefallen, immer mehr Verlinkungen tauchen gar nicht erst bei Technorati auf und der Support ist so mies wie eh und je. Daher bin ich selbst gar nicht abgeneigt, irgendwann die Grundlage der Blogcharts von Technorati zu einer anderen Blog-Suchmaschine zu verlagern. Twingly war mir bei meinen ständigen Recherchen und Berechnungen dabei in den vergangenen Wochen extrem positiv aufgefallen. Die Anzahl der Verlinkungen, die sich dort finden, ist inzwischen beinahe so hoch wie bei Technorati und liegt deutlich über der Zahl, die Googles leider mangelhafte Blogsearch findet. Wenn Twingly nun also in jüngerer Vergangenheit über eine solch gute Datenbank verfügt, warum veröffentlicht man dann solch eine völlig unsinnige Top-100-Liste? Ich habe Twingly vorhin über meine Recherche-Ergebnisse informiert und bin nun gespannt auf die Reaktion. Ich werde an dieser Stelle darüber berichten.

und jetzt die werbung. 6

Die Liebste hat sich vorbildlicherweise in diesen Krisenzeiten ein neues Auto gekauft. Nötig geworden war das, weil mein treuer Gefährte nach seiner Lebensdauer von 13 Jahren immer mehr beschlossen hatte, zur Spardose zu werden, in die man viel zu viel Geld steckt, das man aber nicht mehr wieder bekommt. Auf das tolle kleine Auto jedenfalls freue ich mich – ich werde mein Leben als Beifahrer dann noch mehr genießen können und nicht nur nach rechts und nach vorn, sondern auch nach oben aus dem Fenster schauen können.

Und auch wenn ich mich auf den Kleinen freue: Rein nach den Werbespots, mit denen so ungefähr jeder Autokonzern gerade versucht, seine Lager zu räumen, hätte man einen Renault oder einen Volvo kaufen müssen. Denn: In beiden ist fabelhafte Musik zu hören und das müsste eigentlich unterstützt werden. Renault wirbt derzeit mit dem schon vom “Eurovision Song Contst” bekannten Song “divine” von Sebastien Tellier…

…und im aktuellen Volvo-Spot ist ein Song von einem Salem Al Fakir zu hören, der mir seitdem auch nicht mehr aus dem Kopf gehen will. “it’s only you” – tolle Popmusik:

nordamerika. fotos. flickr. und so. 6

Wollte ich ja schon längst mal an dieser Stelle erwähnt haben. Ich habe nach meinem Nordamerika-Urlaub endlich mal mein Flickr-Account in Betrieb genommen. Und aus den über 700 USA-und-Kanada-Fotos die 120 interessantesten, tollsten und lustigsten ausgewählt, bearbeitet, mit Namen und Beschreibungen versehen und alles in zwei Alben verpackt. Eins mit allen 120 Fotos und eins nur mit viel Werbung für neue TV-Serien aus dem New Yorker Stadtbild. Neben den für “Dexter” eigens gelayouteten Magazin-Titelbildern hat mir das hier am besten gefallen: eine komplett per Hand angemalte Häuserwand als Werbung für “Pushing Daisies”.

Und die anderen Fotos sehen dann in etwa so aus:

popkulturjunkie back in germany. 17

Toll, wenn die Ankunft in der Heimat dadurch komplett versaut wird, dass ich zwar da bin, mein Koffer aber nicht. Ich könnte kotzen.

popkulturjunkie in amerika: etappe 14a. 0

Noch ein paar Nachträge:

Sehr nettes Hotel übrigens, unser zweites in Montréal. Auch wenn das dazu gehörende Restaurant leider sonntags geschlossen ist.

– Stattdessen hab ich nun auch zum ersten Mal in meinem Leben peruanisch gegessen. War lecker. Vor allem die frittierten Maniok-Teilchen. Wie eine Art edlere Pommes.

– Und jetzt schaue ich die Emmy-Verleihung. Wenn ich schon zum ersten Mal nicht mit der Zeitverschiebung zu kämpfen habe…

popkulturjunkie in amerika: etappe 14. 0

Lazy Sunday in Montréal. Die lange Reise mit ihren Hunderten Kilometern Auto und vielen Fußmärschen fordert allmählich ihren Tribut. Heute hingen wir durch und sind weitgehend wahllos durch die unterirdische Stadt Montréals gelaufen. Es gibt hier nämlich kilometerlange Tunnel und Gänge unter der Stadt, die diverse Einkaufszentren und -passagen miteinander verbinden und dazu führen, dass man die gesamte Innenstadt unterdirisch durchlaufen kann, ohne einmal am Tageslicht gewesen zu sein. Immerhin zum Zeitunglesen reichte die Energie, daher ein paar Anmerkungen zur Zeitungslandschaft Nordamerikas, wie ich sie in den vergangenen Tagen kennengelernt habe:

– Die “New York Times” ist natürlich das herausragende Blatt. Vor allem am Sonntag bietet sie mit zahlreichen Büchern und Magazinen Lesestoff für Stunden. Statt 1,50 Dollar kostet sie dafür am Sonntag auch 5 Dollar, in Kanada sogar fast 10.

– Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir der Boston Globe, der in der Harvard-Stadt vor allem mit überdurchschnittlich viel Wissenschafts-Zeug überzeugt.

– Auch in Kanada gibt es überaus moderne, gut gemachte Zeitungen. Die überregionale “The Globe and Mail” und der “Toronto Star” sind optisch ziemlich gut gemacht und bieten viel Interessantes.

– In Toronto gibt es daneben noch die “Toronto Sun”, die vor allem mit Räuberpistolen gefüllt ist und sich in der Machart an britischen Boulevardblättern orientiert.

– Die “New York Post” und die “New York Daily News” kann man ebenfalls weitgehend vergessen.

– Darüber hinaus ist die leicht verdauliche “USA Today” überall präsent, ist aber schnell durchblättert ohne wirklich Artikel zu bieten, bei denen man hängen bleibt.

popkulturjunkie in amerika: etappe 11. 5

Ein ganzer Tag an den Niagara-Fällen. Ohne das Kirmes-Horrorkabinett in der Innenstadt, dafür mit unvergesslichen Erlebnissen, einem Naturereignis, an dem man sich nicht satt sehen kann und dem wohl grandiosesten Blick, den man irgendwo auf der Welt aus einem Hotelzimmer haben kann. Hier ein paar Gedanken eines Niagara-Touristen:

– Man sollte immer einen großen Bogen um diese gestern schon beschriebene Innenstadt von Niagara Falls, Ontario, machen. Drumherum ist nämlich alles weitgehend erträglich.

– Unbedingt machen: Die Fahrt mit den kleinen “Maid of the Mist”-Schiffen, die einen so nah an den Horseshoe-Fall (den spektakuläreren der beiden Fälle) heranbringen, dass man trotz ausgeteiltem Regenponcho völlig durchnässt ist, dafür aber ein Erlebnis reicher, das man bis ans Lebensende nicht vergisst.

– Ãœberteuert ist dafür die “Journey behind the Fall”, bei der man zwar tatsächlich via Tunnelsystem hinter die Horseshoe-Fälle kommt, dort aber aufgrund der hohen Geschwindigkeit des runterschießenden Wassers ohnehin nichts sieht als eine weiße Wasserwand.

– Unglaublich auch das hochspritzende und zu Nebel werdende Wasser, das einen noch Hunderte Meter entfernt denken lässt, es würde regnen, das perfekte Regenbögen erzeugt und das sogar bis zum 25. Stock hochfliegt.

– Am Morgen nach dem Auschecken im Hampton Inn und vor dem Einchecken im Sheraton Fallsview schonmal kurz am Ontario-See gewesen. Wow. Was für ein unfassbar großer See. Ganz am Ende des Horizonts war schonmal die Skyline von Toronto zu sehen. Dort geht’s am Freitag hin. Bis dahin genießen wir aber noch den großartigsten, unfassbaren Blick aus unserem Hotelzimmer:

popkulturjunkie in amerika: etappen 7 und 8. 5

Nach New York und Connecticut kamen Rhode Island und Massachusetts.

– Hab mir eine Klimaanlagen-Erkältung eingefangen. War ja klar.

– Ich komme immer noch nicht damit klar, dass meine “Bye”-Verabschiedungen nie erwidert werden. Warum bloß? Die sind doch sonst auch alle immer so oberflächlich-freundlich.

– Im Aquarium in Mystic gewesen. Wetter war zu scheiße, um andere Dinge zu machen. War okay. Aber kein Vergleich zu Weltklasse-Aquarien wie dem in Lissabon.

– Cape Cod. War nicht so meins. Auf der Hinfahrt auf dem “Scenic Highway” 6A fühlte man sich wie in einem unwirklichen Rentner-Freizeitpark mit gefühlt Tausenden “Antiques”-Läden. Und Provincetown ist auch nicht weniger touristisch als irgendwelche Kaffs in Spanien oder Portugal. Vielleicht ist es im Sommer mit Strand und so aber netter.

– Merke: Nur, weil ein Hotel/Inn auf seiner Website charmant und sehr nett klingt, kann es trotzdem eine überteuerte Bruchbude sein. Und ein 180-Grad-Scenic-View kann auch bedeuten, dass man vor die Tür gehen muss, weil man aus dem einen Fenster wegen Eintrübungen nahezu nichts sieht. Also: Klare Warnung vor dem Inn at the Moors in Provincetown/Cape Cod.

– Gegen das Holiday Inn in Randolph in der Nähe von Boston kann man hingegen nichts sagen.

– Boston ist eine ziemlich nette Stadt, für die ein Tag aber absolut ausreicht, wenn man Cambridge auf den nächsten verschiebt.

– Habe eine Barack-Obama-Wacky-Wobbler-Puppe gekauft, die immer, wenn man ihren Kopf zum Wobblen bringt “Yes we can” sagt. Hihi.

– Freue mich auf die “House”-Staffelpremiere und Folge 2 von “Fringe” am Dienstagabend.

– Die Liebste hat ein neues Lieblingsspielzeug: Den Tempomaten des Mietwagens. Fehlt nur noch ein automatisches Lenksystem, dann bräuchte man beim Autofahren keinen Fahrer mehr.

popkulturjunkie in amerika: etappe 4. 3

Der 11. September in New York.

– Das MoMA ist echt ein tolles Museum. Nicht nur wegen der Kunst, sondern auch wegen des Gebäudes. Sehr groß, luftig, viel Platz.

– Wer leckeres indisches Essen mag, bekommt das z.B. im Mint in der 50th Street. Man kriegt zwar nicht immer genau das, was man bestellt hat, aber es schmeckt trotzdem. Unbedingt nach dem Essen noch Dessert nehmen!

– Einen Besuch des NBC-Experience-Stores kann man sich ebenso sparen wie einen Besuch des Nintendo-World-Ladens.

– Kein New Yorker Fußgänger bleibt bei rot an der Ampel stehen. Keiner. Als Rache blockieren Autofahrer (vor allem mit Taxis, LKWs und Bussen) gern mal mit ihrer vollen Länge den Fußgängerüberweg.

– M&Ms Peanut Butter sind tatsächlich lecker.

– Und dann wird man auf dem Nachhauseweg daran erinnert, dass dieser eigentlich recht unbeschwerte Tag doch kein so normaler war:

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